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Gedichte

Der Sturm

Adelbert von Chamisso


Der Sturm.


Den stillen Schoß der dunkeln Nacht durchdringen
    Des Donners Schmettertöne; schwarz umzogen
    Wölbt unheilschwanger sich der hehre Bogen, –
    Die Sterne löschen – Elemente ringen –

Der Feuerengel schüttelt wild die Schwingen;
    Es stürzen Feuer, stürzen Wasserwogen;
    Des Windes Heulen stöhnet langgezogen –
    Im Sturme ahn' ich höhrer Wesen Ringen.

Es muß die bleiche Furcht das Herz erschleichen,
    Wenn Geister kämpfen in des Sturmes Wehen.
    In banger Ahnung steht der Sohn der Erden.

Daß enden wird der Kampf, der Sturm entweichen,
    Und der Natur ein neues Glück erstehen –
    Fort kämpft des Herzens Kampf der Sohn der Erden.