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Gedichte

Sternschnuppe

Adelbert von Chamisso

Sternschnuppe.

Wann Einer ausgegangen ist,
    So ist er nicht zu Haus;
Und wird der Winter hart, so friert
    Das Ungeziefer aus.

Ihr war der Knecht so eben recht,
    So lang allein er warb;
Der Jäger kam, dess' Federhut
    Den Handel ihm verdarb.

Der Pächter nahm, so wie er kam,
    Ihr Herz gleich in Empfang;
Kein Wunder, daß dem Amtmann auch
    Der Meisterschuß gelang.

Und den Husaren-Offizier
    Erblickte sie von fern:
Fahr' hin, fahr' hin, Kartoffelkraut,
    Da geht mir auf mein Stern!

Dein Stern? was geht dein Stern mich an
    Absonderlicher Art
Mit goldbeschnürtem rotem Wams
    Und Schnurr- und Backenbart?

Bald hat ein solcher sich geschneuzt,
    Es lischt das Lichtlein aus;
Wann Einer ausgegangen ist,
    So ist er nicht zu Haus.

Nun bricht der Winter an, es friert;
    Du blickst nach uns zurück;
Ich und wir alle, teurer Schatz,
    Wir wünschen dir viel Glück.

Und bleibst du sitzen, teurer Schatz,
    So bist du nicht allein;
Noch wird der alten Jungfern Zunft
    Nicht ausgefroren sein.