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Gedichte

31. Der Granatbaum

Anastasius Grün


Gedichtband, 1837


Der Granatbaum.


Fern vom Granatenhaine
Steht ein Granatenbaum,
Er grünt und blüht ganz einsam
Hart an des Meeres Saum.

Und ob ihm aus der Erde
Auch Keim und Nahrung quoll,
Doch neigt er Stamm und Äste
Zum Meere sehnsuchtsvoll.

Er spielt sich so gerne
Im klaren Wellenschein,
All seine Blüten und Blätter
Streut er ins Meer hinein.

Ach, was am meisten schade,
Die saft'gen Äpfel von Gold,
Er streut ins Meer sie alle,
Aufs Land nicht einer rollt.

Dies Tun nimmt mich nicht wunder,
Doch wundert eins mich, traun:
Daß man den Nutzenlosen
Nicht längst schon umgehaun.

Seejungfrauen haben die Blüten
Froh ihren Locken gesellt,
Und spielen mit goldnen Äpfeln
Der lichten Oberwelt.