Gedichte Poesie  Lyrik  Verse Reime
Sonette Goethe Schiller Heine Arnim

Gedichte u. Lyrik für alle Anlässe von
den großen  Meistern der Dichtkunst

Gedichte

28. An Poetum

Andreas Gryphius
An Poetum. An. M D CXXVII
XXVIII.

DV Poetus, du beginst die Musen denn zu hassen /

Vnd Phillis wird dein Weib / es sey uns lib und leid!

Vnd Phillis die nichts weiß von Ehr und Redligkeit:

Vnd die sich ohne Mann hat Mutter nennen lassen.

Du Thor / du glaubest noch / das itzt auff allen Gassen

Ein jder dir die Braut mißgönn' aus herbem Neid.

Ja wol! der Vogel selbst / der uns die heisse Zeit

Anmeldet / wird dir auch ein Hochzeit Lid verfassen.

Dein Glück ist freylich groß / du nimst für eigen an

Was Quintus hat bezahlt / und doch nicht haben kan.

Lucullus seet / dir bleibt der Acker mit den Früchten.

Stell' alle Sorgen ein / wirff Recht und Bücher hin /

Wenn Phillis müssig geht / denn trägt es mehr Gewinn.

Als wenn du gantze Jahr wilst Zanck und Händel schlichten.