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Gedichte

33. Vber die Gebaine der außgegrabenen Philosetten

Andreas Gryphius
Vber die Gebaine der außgegrabenen Philosetten
XXXIII.

O Häßlich' Anblick! ach! wo sind die güldnen Haar!

Wo ist der Stirnen Schnee? wo ist der Glantz der Wangen?

Der Wangen / die mit Blut und Lilien ümbfangen?

Der Rosen rote Mund! wo ist der Zähne Schaar?

Wo sind die Sternen hin? Wo ist der Augen Paar

Mit den die Libe spilt? itzt pflechten schwartze Schlangen

Sich umb das weite Maul / die Nasen ist vergangen

Die keinem Helffenbein vorhin zu gleichen war.

Ist jmand der noch kan behertzt und sonder grauen

Der Ohren kalen Ort / der Augen Lucken schauen?

Ist jmand / der sich nicht für diser Stirn entsetzt?

Der dencke / wie sich werd' alsdann sein Geist befinden.

Wenn er in kurtzem wird auff gleichen Schlag verschwinden?

Weil schon der Tod auff ihn die schnellen Pfeile wetzt.