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den großen  Meistern der Dichtkunst

Gedichte

41. An Callirhoen

Andreas Gryphius
An Callirhoen
XLI.

Wie kompts Callirhoe? was mag die Vrsach seyn /

Daß du mich gestern hast so traurig angeblicket:

Wie daß du alle Lust und Freundligkeit verschicket?

War meine Gegenwart ein Vrsprung neuer Pein?

Verdroß dich Flacci Kuß? fürwar ich meyne nein /

Hat dich der süße Schlaff verzaubert und umbstricket!

Hat dich der grimme Schmertz die Libes-Pest gedrücket?

Mißfil dir / was ich sprach? mir fällt die Vrsach ein:

Da als dein Schlaff-Gemach ward von uns eingenommen;

Da / sind wir wehrte Nymph, dir vil zu nahe kommen.

Woll / folge meinem Rath wo du dich rächen wilt.

Wenn sich die schwartze Nacht wird für dem Monden schämen:

Magst du / mein Schlaf-Gemach / ja selbst mein Bett' einehmen.

Die Rach' ist mehr denn recht die gleich mit gleich vergilt.