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Gedichte

16. Auff den Einzug der Durchläuchtigsten Königin MARIA HENRIETTA

Andreas Gryphius
Auff den Einzug der Durchläuchtigsten Königin MARIA HENRIETTA, in Angiers D. 14. Augusti Anno cIa Igc XLIV
XVI.

Dle Könige gezeugt / die Königlich gebohren /

Die Könige gelibt / die bey noch zartem Jahr

Ein König ihm vermählt / die Könige gebahr

Nach dem drey Kronen sie / zur Königin erkohren:

Die Frau' auff welche sich vil tausend Mann verschworen

Verhaßt bey ihrem Volck / geacht bey frembder Schaar

Bey Nachbarn sonder Lust / bey Freunden in Gefahr

Verjagt ins Vaterland / vermißt: doch nicht verloren:

Die gegenwertig schreckt: abwesend hefftig krigt:

Die Helden niderwirfft / und in der Senfften ligt

Wirst du erfreu't Angiers, in tiffem Kummer schauenl

Schau' an die Majestät / die in den Augen spilt

Das Antlitz / das entdeckt / die Sorgen die es fühlt /

Vnd lerne / daß was hoch / auch schmacht' in höher grauen.