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Gedichte

25. An H. Johan. Baptista Carminelli J.U.D

Andreas Gryphius
An H. Johan. Baptista Carminelli J.U.D.
Als Er auff seinen Namens-Tag von dreyen Freunden in Franckreich gebunden
XXV.

DRey Seelen binden dich / die ein' in einem Mund.

Drey Geister / doch ein Hertz / drey haben diß geschriben.

Doch nur durch eine Faust. Dir / den sie einig liben,

Verknüpfft durch eine Treu' und ewig-festen Bund.

Drey binden mit sich selbst / drey wündschen dich gesund

Drey geben / was bißher nach Leichen überbliben /

Was keiner Zeitten Grimm / was keine Pest vertriben:

Die Gunst / die über Tod / und Leben / Zeit und Stund.

Diß / was der Himmel kennt / was in den Lüfften schwebt

Was durch die Wasser geht / was auff der Erden lebt /

Diß alles / was du sihst / Herr Bruder / muß verschwinden.

Doch! Freundschafft pocht den Tod / und trotzt die Ewikeit.

Sie ist das stärckste Band / sie lacht in höchstem Leid.

Vnd zwingt dich selbst mein Freund / den drey nur können binden.