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Gedichte

29. Auff H. Sigmund Gutsche

Andreas Gryphius
Auff H. Sigmund Gutsche / Raths-Verwandten zu Freystadt. Als er zum ersten nach dem Brande der Stadt geheurathet und gebauet.
XXIX.

STellt eure Schmertzen ein: ob schon das grimme Toben

Der Flammen eure Stadt zu Aschen hat gemacht;

Ob Kirch und Herd gleich hin; ob schon in einer Nacht

Was so vil Zeit gebau't in Rauch und Glutt verstoben;

Ob gleich der Mauren Pracht/ der Türme Last von Oben

Nun auff die Erde stürtzt / ist Gutsche doch bedacht

Wie was die Glutt auff-fraß/ euch werde widerbracht:

Weint nicht mehr über die / die wir im Grab auch loben.

Grüßt den / der so mit Rath als That sein Hauß auffbaut /

Vnd mit dem Eh-gemahl / die gestern ihm vertraut /

Itzt Rathschlägt / wie er mög auch junge Bürger geben.

Ja freylich wird ers thun. Mein Phoebus zeig't mir an /

Daß / ehr der Mond neunmal besucht den Wassermann;

Was mehr noch werd' als itzt auff seiner Gutsche leben.