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Gedichte

Wallenstein

Ferdinand Freiligrath

Wallenstein

(Aus "Ein Glaubensbekenntnis", 1844)

Ei, wie man doch in unsern Tagen
Nachahmt den Wallenstein!
Der konnte, sagt man, nicht vertragen
Des Hahnes mutig Schrein!
Der Sterne grollend Strahlenwerfen
Kaltblütig mocht' er schaun;
Allein - es kam wohl von den Nerven! -
Ein Krähen macht' ihm Graun!

Die Furcht des Hahnen, wie wir sehen,
Ward heuer allgemein:
Man bebt vor einem dreisten Krähen,
Ganz wie der Wallenstein!
Ich meine nicht den roten Hahnen,
Auch den von Frankreich nicht -
Ich meine den nur, dessen Mahnen
Sagt, daß der Tag anbricht!

St. Goar, Februar 1844