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Gedichte

Sturmabend

Friedrich Hebbel

Sturmabend.

Rausche nur vorüber, Wind!
Wühl' im Laub und knicke,
Während ich mein süßes Kind
An die Brust hier drücke!
Nestle aus dem dunklen Haar
Ihr die junge Rose,
Wird sie ihr zu Füßen dar,
Während ich hier kose.

Eine Todesgöttin, tritt
Sie die zarte Schwester
In den Staub mit stolzem Schritt
Und umschlingt mich fester;
Läßt dir willig gar das Tuch,
Das ihr, wenn ich neckte,
Sonst noch niemals dicht genug
Hals und Busen deckte.

Rausche, Wind! Wir sehn die Zeit
So, wie dich, entfliehen,
Doch, bevor sie Asche streut,
Wagen wir zu glühen!
Lockend vor mir, rund und rot,
Ihre Feuerlippe!
Zwei Schritt hinter mir der Tod
Mit geschwungner Hippe.