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Gedichte

Unsterbliche und Unbegrabene

Friedrich Hebbel

Unsterbliche und Unbegrabene.

Trennt Unsterbliche nur von Unbegrabenen, Freunde,
Alle Unsterblichkeit hat nur ein einziges Maß!
Das ist unsterblich, was lebt, was unverlöschliche Funken
Sprüht, die noch zünden in uns, glaubt mir, das andre ist tot.
So ist Homer unsterblich, und durch den Homer auch Achilles,
Äschylos, Sophokles so, Shakespeare, ja Goethe sogar,
Aber Napoleon stirbt, wofern ihm ein spätres Jahrhundert
Nicht den Dichter erweckt, der ihm das Leben verbürgt.
Knaben werden's belächeln, was Alexander besiegelt,
Als er am Ganges rief: »Weh mir, es lebt kein Homer!«