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Gedichte

11. DIE SINTFLUT

Paul Boldt

DIE SINTFLUT

Die Wolken wachsen aus den Horizonten

Und trinken Himmel mit den Regenhälsen.

Die Menschen bissen auf den höchsten Felsen

In weiße Stirnen, die nicht denken konnten,

Daß Läuse aus dem Meer, die See, krochen.

Im Abendsturm ertranken lange Pappeln. —

Sie hörten auf der Nacht die Sterne trappeln,

Die in dem All den warmen Erdrauch rochen.

Dann schwamm die Sonne in dem glatten Wasser.

Das Wasser fiel. Die See faulten ab.

Die Erde trug der Meere hellen Schurz.

Die Sterne standen, von Begierde blasser,

Mit dünnem Atem an des Ostens Kap.

Ein Stern sprang nach der Erde, sprang zu kurz.