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Gedichte

18. DER DENKER

Paul Boldt

DER DENKER

Nachmittag wird, und Wetter steigen schwarz

Herauf. Des Blitzes Ferse leuchtet im

Gewölk. Auf das Gebirge beißt voll Grimm

Der Donner, und Regen speien aus den Quarz.

Den Fuß den Felsgesteinen eingestemmt,

Die Augen abgewandt, als horche er,

So kommt er durch die Schrunde, weglos, quer.

Zum weißen Urherrn in der Blitze Hemd.

Der Abgrund saugt Milliarden Zentner Himmel

In sich hinein. Der Weiße oben bleckt,

Zu dem er steigt. Durch Gletscher grün von Schimmel,

Des Riesen Bart, der von den Föhnen leckt.

Und schon reißt weit der Horizont entzwei, —

Blank, eben, schwangleich rauscht ins All ein Schrei.