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Gedichte

20. VORMORGENS

Paul Boldt

VORMORGENS

Schneeflocken klettern an den Fensterscheiben,

Auf meinem Schreibtisch schläft der Lampenschein,

Und hingestreute Bogen, weiß und rein,

Ich wollte wohl etwas von Versen schreiben.

Der Tag ist nah. Die Jalousien schurr’n,

Die letzten Sterne torkeln von den Posten.

Der Tag ist nah, den unbesternten Osten

Bevölkern Morgenwinde schon purpurn.

Und mich bewachsen Abende, beschatten

Die Jahre! O ich dunkle ein.

Das Gas singt in den Gassen Litanein,

Daß meine Augen so sehr früh ermatten.