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den großen  Meistern der Dichtkunst

Gedichte

21. DIE DIRNE

Paul Boldt

DIE DIRNE

Die Zähne standen unbeteiligt, kühl

Gleich Fischen an den heißen Sommertagen.

Sie hatte sie in sein Gesicht geschlagen

Und trank es — trank — entschlossen dies Gefühl

In sich zu halten, denn sie ward ein wenig

Wie früher Mädchen und erlitt Verführung;

Er aber spürte bloß Berührung,

Den Mund wie einen Muskel, mager, sehnig.

Und sollte glauben an ihr Offenbaren,

Und sah, wie sie dann dastand — spiegelnackt —

Das Falsche, das Frisierte an den Haaren;

Und unwillig auf ihren schlechten Akt

Schlug er das Licht aus, legte sich zu ihr,

Mischend im Blut Entsetzen mit der Gier.