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Gedichte

23. DAS GESPENST

Paul Boldt

DAS GESPENST

Wie weiß der Sommer ist! Wie Menschenlachen,

Das alle Tage in der Stadt verschwenden.

Häuserspaliere wachsen hoch zu Wänden

Und Wolkenfelsen, die mich kleiner machen.

In tausend Straßen liege ich begraben.

Ich folge dir stets ohne mich zu wenden.

O hielte ich dein Antlitz in den Händen,

Das meine kranke Augen vor sich haben.

Ich küßte es. Es küßte mich im Bette —:

— Versprich, daß du mich morgen nicht mehr kennst!

— Bist du nachts fleischern und ein Taggespenst?

— Du locktest es ins Netz deiner Sonette.

— Junger Polyp, dein Mund ist eine Klette.

— Er wird dich beißen, wenn du ihn so nennst.