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Gedichte

29. DIE SCHLAFENDE ERNA

Paul Boldt

DIE SCHLAFENDE ERNA

Auf einer Ottomane aus Mohär

Liegt sie in Seidenröcken, eine Truhe

Voll Nacktheit, und ich denke voll Unruhe

An dein Geheimstes — schönes Sekretär.

Die Frauen tuen Wundervolles in die Seide.

Am Knie beginnt es. Ich will es auspellen,

Wenn Küsse summen nach hautsüßen Stellen

Im Bett, daß wir nicht schlafen können beide.

Du großes Mädchen, die noch kleinen Brüste

Schmücken dich mir. Auf den geheimen Schmuck

Hast du die linke weiße Hand gelegt;

Ich dachte: Soll die eine, die sie trägt —

Die schwarze Blume welken von dem Druck?

Und nahm die Hand weg, die ich leise küßte.