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Gedichte

38. FRIEDRICHSTRASSENKROKI

Paul Boldt

FRIEDRICHSTRASSENKROKI

3 UHR 20 NACHTS

Die Friedrichstraße trägt auf Stein

Die blassen Gewässer des Lichtes.

Die Dirnen umstehn mit Hirschgeweihn

Die Circe meines Gesichtes.

Ich schaue: — Der Träume Phosphor rinnt

In zwei, vier Menschenaugen neu.

— Wie eine Katze springt, gefleckt, der Wind

Zwischen des Asphalts Lichterstreu

Und trägt den fetten, weißen Rauch

Im Maul den jungen Winden ins Nest.

Er faßt die Dirnen an den Bauch

Und klemmt die dünnen Röcke fest.

— Da sind Gesichter, lachen nett,

Daß alle Zähne blecken müssen;

Die Louis zeigen ihr Skelett,

Louise läßt mich ihres küssen.