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Gedichte

42. NACH DER NACHT

Paul Boldt

NACH DER NACHT

Laternen, die den Regenabend führen,

Haben die Stadt, die glänzende, verraten.

Eiweißer Eiter tropft im Lichteratem

Der Friedrichstraße, wo sich Dirnen rühren.

Die Augen kriechen aus den Faltenlidern

Und spritzen einen Blick, der dich begießt.

Sie lachen sich das Kleid vom Bauch; du siehst

Die Brüste — Krötenbäuche in den Miedern.

Du flohst, und Vögel sangen für dich junitags.

Der Morgen senkte sich in dein Gesicht.

Es schlugen Uhren an, weckten das Licht.

Doggengebell des Turmuhrstundenschlags.

Du öffnest deinen Mund, der ist lichtzahnig.

O Wanderungen im Gestein der Stadt!

O Röcheln, Schreie, seelenquälend Rad! —

Es sprudelt aus der Morgenröte sahnig.

Du schweigst. Hinter den dunklen Augen ruht

Das Hirn vom Krampf der tötenden Arsene.

Du lächelst, blickst — und da betritt die Szene

Die Sonne, jugendlich, im Wolkenhut.